Arbeiten, die im Rahmen meines Studiums entstanden sind. Sie geben Einblick in meine bisherigen Projekte und zeigen, wie ich aus Beobachtungen, Gesprächen und Eindrücken journalistische Geschichten aufbereite.
Interviews

Was bedeutet es, auszuwandern und sich in einem neuen Umfeld eine berufliche Karriere aufzubauen? Und wie wirkt sich dieser Wandel auf die persönliche Entwicklung aus?
Lenell Brown ist ein R&B- und Hip-Hop-Künstler, Songwriter und Performer aus Jeffersonton, Virginia. 1995 ist er in die Schweiz gezogen und lebt seither in Thun. Er hat sich in der Dance-Musik-Branche als erfolgreicher Sänger etabliert und ist neben seiner Musikkarriere im Gesundheitswesen als Betriebsleiter eines Anbieters von häuslichen Pflegediensten tätig.
Bildquelle: Rave Jungle
Audio to be published

Bei Frauen zeigt sich ADHS meistens anders als bei Männern. Oft wird es bei Frauen und Mädchen erst spät oder gar nicht erkannt. Wo liegt der Grund dafür?
Malwine Svetel (50) ist Fachpsychologin für Psychotherapie an der Praxis psy-bern. Ein Schwerpunkt der Praxis liegt in der Diagnostik und Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen. Coachings von Betroffenen gehören daher zu Svetels täglicher Arbeit.
Bildquelle: psy-bern
«Es ist wichtig, dass Frauen erkennen, wie viel sie leisten»
Auch heute noch assoziieren Viele ADHS mit dem «Zappelphilipp» und übersehen so die weibliche Form der Störung. Fachpsychologin Malwine Svetel im Interview über maskierte Symptome, gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und warum Selbsttests keine Abklärungen ersetzen.
Weshalb wird ADHS bei Frauen erst spät oder gar nicht erkannt?
Malwine Svetel: «Wenn von ADHS die Rede ist, wird immer der Zappelphilipp beschrieben. Die Diagnosekriterien basieren historisch überwiegend auf Studien mit männlichen Stichproben. Dadurch entsteht ein Gender Bias. Sehr selten wird die Unaufmerksamkeit aufgegriffen, die vorwiegend bei Frauen der Fall sind. Das führt dazu, dass klinische Beurteilungen oft auf ein männliches Symptombild ausgerichtet sind. Dass kritisiere ich an den Erfassungsmethoden, die weibliche Symptomatik sollte dringend besser erfasst werden. Ein weiterer Grund ist, dass Frauen heutzutage noch immer mit soziokulturellen Rollen und Erwartungen zu kämpfen haben. Viele Frauen lernen kompensatorische Copingmechanismen wie z.B. das Maskieren sehr früh. So kommen Symptome weniger zum Vorschein.»
Ist es also ein gesellschaftliches Problem?
«Ich denke, dass Selbstakzeptanz eine grosse Rolle spielt. Es ist wichtig, dass Frauen erkennen, wie viel sie bereits leisten. Sich einem perfekten Selbstbild zu widmen, welches von Frauen erwartet wird, führt in den meisten Fällen zu Überforderung und endet nicht selten in einem Burnout. Umso wichtiger ist es, sich selbst zu loben und zu belohnen. Die Stärkung des Selbstwertes darf nicht unterschätzt werden. Und werden die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen zu selten hinterfragt. Wenn Frauen diesen Erwartungen nicht entsprechen, erhalten sie den Stempel eines persönlichen Versagens. Dass in Wahrheit aber ein neuropsychologisches Syndrom stecken könnte, wird nur selten in Betracht gezogen.»
Welche Missverständnisse über ADHS müssen dringend aufgeräumt werden?
«Dass ADHS eine Modeerscheinung ist. Das höre wahnsinnig oft. ADHS ist eine neurobiologisch nachweisbare Störung der Selbstregulation, kein Trend. Es kommt immer wieder vor, dass Frauen eingeredet wird, keine ADHS-Betroffene, sondern lediglich emotional zu sein. Betroffene Frauen internalisieren Symptome häufig mit Anpassung und Perfektionismus. Das Resultat: Dauererschöpfung, die mit alltäglichem Stress runtergespielt wird. Viele meiner Patientinnen bestätigen mir dies.»
Im Internet werden ADHS-Selbsttests zur Abklärung beworben. Wie sinnvoll sind Diese?
«Die Frage ist eher, wie seriös sie sind. In Erstgesprächen teilen mir Patient:innen oftmals mit, sich vorinformiert zu haben und sich in der Symptomatik abgebildet zu fühlen. Es ist schwer zu sagen, wie sinnvoll diese Selbsttests sind. Bestimmt gibt es Welche, die gut oder weniger gut sind.»
Wenn es also eine Frage der Quelle ist, braucht es dann noch psychologische Abklärungen? Kurz gefragt: Ersetzen Selbsttests eine Abklärung?
«Nein, das tun sie keineswegs. Psycholog:innen erarbeiten in Abklärungen Anamnesen, was Selbsttests nicht können. Expert:innen wissen, auf welche Stichworte sie hören müssen und können Sachverhalte in einen Kontext einbetten. Besonders wichtig ist dies, wenn Personen aus missbräuchlichen Gründen gezielt nach einer ADHS-Diagnose streben und die Krankheitssymptome auswendig lernen. So könnten sie rezeptpflichtige Medikamente wie Ritalin erhalten, obwohl sie möglicherweise gar keinen Anspruch haben. Damit möchte ich nicht sagen, dass es Menschen tun, aber möglich wäre es. Aus diesem Grund dauern meine Gespräche oft länger, weil ich nicht allem zustimme, was die Patient:innen potenziell auswendig lernen können. Ich möchte Details von ihnen hören und lasse mich nicht von Offensichtlichkeiten verleiten.»
Porträts

Dieses Porträt handelt von Chiara Petrucci: Eine junge Frau, die den Kampf gegen den Brustkrebs gewonnen hat. Sie spricht offen über ihre persönlichen Erfahrungen und teilt ihre Geschichte.
Bildquelle: Chiara Petrucci
„Seit der Aperol-Chemo habe ich ein Eiswürfel-Trauma“
Als Chiara Petrucci Anzeichen für einen Tumor bemerkte, sagten ihr die Ärzt:innen, sie sei zu jung für Brustkrebs. Chiara liess sich nicht abwimmeln und lag in ihrer Vermutung richtig. Ein Porträt über Intuition, den Mut, für sich selbst einzustehen, und darüber, wie Petruccis Persönlichkeit ihr verhalf, die Krankheit zu bewältigen.
Niemand sei für dich da wie du selbst, sagt Chiara Petrucci. Sie legt ihren linken Unterarm auf den Schreibtisch, blickt auf, richtet ihren Zeigefinger auf sich. «Nicht wir sind durch den Krebs, ich bin es», sagt sie, «ich habe es geschafft, nicht wir.» Diese Worte sagt Petrucci vier Monate nach Überwindung des Brustkrebses. Mit 24 Jahren musste sie erfahren, was es bedeutet, an Krebs zu erkranken.
Es ist acht Uhr morgens. Draussen ist es kühl, ein leichter Wind zieht durch Petruccis Wohnquartier. Ihr zu Hause liegt im Schatten, bevor die Mittagssonne die 5.5-Zimmer-Wohnung erhellt. Auch ihr Schlafzimmer, in dem sie einen Grossteil ihrer Krankheit verbracht hat.
Wenn das Bauchgefühl Alarm schlägt
«Ich war in einem Loch und musste mich psychisch aufraffen», sagt sie. Während dieser sechs Monate sei sie nicht präsent gewesen. «Jetzt musst du deinen Arsch hochkriegen», dachte sie sich, «es muss weitergehen.» Alles begann damit, dass Petrucci ihre Hausärztin unzählige Male aufsuchte, um die Ursache ihrer Brustbeschwerden – darunter Herzrasen und Brustziehen – abklären zu lassen. Ohne sie untersucht zu haben, habe Petruccis Ärztin ihre Symptome als muskulär abgeschrieben: «Frau Petrucci, Sie sind jung und gesund», sagte sie, «bitte unterlassen Sie einen weiteren Arztbesuch.»
Doch Petruccis Bauchgefühl sagte ihr etwas anderes: «Ich spüre, dass etwas nicht stimmt, bitte untersuchen Sie mich doch», dachte sie. Petruccis Stimme wird leiser, sie senkt ihren Kopf und schaut auf den Fussboden. Kurze Zeit später habe sie einen Knubbel in ihrer linken Brust bemerkt. Petruccis Gynäkologin habe sie darauf hingewiesen, ihren Zyklus abzuwarten. Es könne sich um eine Zyste handeln. «Das kann doch nicht wahr sein», dachte sich Petrucci. Sie liess nicht locker und bestand auf eine zusätzliche Untersuchung.
Mit Liebe und Kraft durch die schweren Zeiten
Ein Ultraschall und eine Biopsie später steht fest: Petrucci hat Brustkrebst. Durch die schnell streuenden Krebszellen haben Fachärzt:innen zwei Tumoren identifizieren können. Während Petruccis Mutter nach Erhalt der Diagnose in Tränen ausgebrochen sei, blieben sie und ihr Vater gefasst. Ihr Vater hatte ab diesem Zeitpunkt nur noch einen Gedanken: «Chiara, jetzt musst du stark sein.»
Chiara Petrucci, geboren 2000, wuchs mit ihrem älteren Bruder als Kind getrennter Eltern bei ihrer Mutter auf. Die Mutter, eine Altenpflegerin aus Stettlen, arbeitet im Nachdienst. Der Vater, Sohn italienischer Immigranten, führt neben seinem Vollzeitjob im Büro mehrere eigene Unternehmen in der Gastronomie. Chiara ist die einzige Tochter ihres Vaters, der sechs Kinder im Alter von 7 bis 31 Jahren hat. Seit Ausbruch der Krankheit wohnt sie mit ihren zwei jüngsten Brüdern bei ihrem Vater in Bern.
«Hier muss ich die Starke sein, auch für meine kleinen Brüder», sagt Petrucci. Sie habe sich nicht frei gefühlt, ihre Emotionen zulassen und auch einmal weinen zu können. Mit Partner Emre ist Petrucci seit Sommer 2023 in einer Beziehung. «Und er ist immer noch da, auch nach dem Krebs», sagt sie. Nur sechs Monate waren die beiden ein Paar, als sie die Diagnose erhielt. Während eines längeren Aufenthalts in der Krebsabteilung überraschte Emre sie mit Kerzenlichtdinner im Spitalpark. «Ich bin mega happy, so einen Mann wünsche ich jeder Frau», sagt Petrucci lächelnd, während sie auf ihrem Smartphone durch gemeinsame Fotos scrollt. «Es ist nicht selbstverständlich, dass er an meiner Seite geblieben ist.»
Die Krankheit dauerte fast auf den Tag genau ein halbes Jahr, für Petrucci fühlte sie sich jedoch viel länger an. Den Krankheitsverlauf hat sie in ihrem Krebstagebuch mit einem Zeitstrahl visualisiert. Während des Interviews greift Petrucci immer wieder nach dem Buch und blättert durch die Seiten.
Von Überleben zu Leben
Insgesamt 16 Chemotherapien musste Petrucci durchlaufen. Die letzten Vier seien stärker dosiert und orangefarben gewesen. Sie lacht und bezeichnet Diese als «Aperol-Spritz-Chemos». Um ihre Mundschleimhäute zu schützen, musste Petrucci während der Infusion Eiswürfel im Mund zergehen lassen. Der eisige Geschmack sei so unangenehm gewesen, dass sie bis heute Getränke jeglicher Art nur ohne Eiswürfel trinken könne. «Seit der Aperol-Chemo habe ich ein Eiswürfel-Trauma.»
Petrucci sei schon immer ein positiver Mensch gewesen und habe schwierige Situationen nie an sich herangelassen. «Mein Optimismus hat mich gerettet.» Ab und an sage sie sich: «Weisst du eigentlich, was für eine geile Sau du bist? Du hast so viel geschafft.» Trotzdem könne sie bis heute nicht realisieren, dass sie an Brustkrebs gelitten hat. «Das Bewusstsein dafür kommt sicher noch», sagt sie lächelnd.
Seit ihrer Heilung lebe sie mehr im Moment. Es freue sie, im Alltag wieder präsent sein zu können. Petrucci sitzt mit geschlossenen Augen draussen auf ihrer Gartenbank, ihre Arme umschlingen ihre angewinkelten Beine. Die Strahlen der Mittagssonne leuchten jetzt direkt auf sie und ihr zu Hause. Ihr Cardigan hängt leicht von ihrer Schulter, während sie sich über die Wärme der Sonnenstrahlen erfreut. «Endlich kann ich das Leben mit all meinen Sinnen wieder geniessen.»
Reportagen

Wie sieht eigentlich ein Alltag in einer Montessori-Einrichtung aus? Und wie spiegelt sich das Bildungskonzept in der Realität wider?
Diese Reportage gibt Aufschluss darüber, wie das Kinderhaus Momo, eine Kindertagesstätte in Bellach, Solothurn, die Montessori-Pädagogik in ihre täglichen Routinen integriert.
Bildquelle: Kinderhaus Momo
Montessori mit Kompromissen: Wie eine Kita den Mittelweg geht
Freies Spiel, feste Routinen und viel Selbständigkeit – das Kinderhaus Momo setzt auf Prinzipien Maria Montessoris. Doch wie viel Montessori steckt wirklich im Alltag der Kinder? Ein Besuch in Bellachs Kita gibt Einblick.
Es ist Donnerstagmorgen 08:19 Uhr, und aus allen Ecken hört man vergnügtes Kinderlachen und das Zusammenfallen eines Legoturmes, als es plötzlich an der Eingangstüre klingelt. Alle Kinder blicken neugierig zur Tür, während ein weiteres Kitakind das Kinderhaus Momo betritt. «Hallo, guten Morgen, wie geht es dir?», fragt Serena Barbagallo, Gruppenleiterin der Gruppe Mondino und seit 07:00 Uhr hier. Was auf den ersten Blick wie eine reguläre Kindertagesstätte wirkt, ist allerdings eine, deren Ideologie auf Grundlagen der Montessori-Pädagogik basiert.
Das Kinderhaus Momo zählt aktuell 62 Kinder. 14 davon sind am heutigen Morgen in der Gruppe Mondino, die jüngsten drei, die ältesten vier Jahre alt, bis die fünf- und sechsjährigen nach dem Kindergarten zum Mittagstisch dazustossen. Die Kinder sind im ganzen Raum verteilt, einige spielen in Gruppen, während andere die Einzelarbeit bevorzugen. Aus dem angrenzenden Schlafzimmer, das morgens als Spielzimmer dient, dringt Geschrei, einige Kinder hüpfen auf den übereinander gestapelten Matratzen.
Montessori-Pädagogik wird nur in Grenzen gelebt
Die Montessori-Pädagogik ist Anfang des 20. Jahrhunderts aufgekommen, als Maria Montessori als erste Ärztin Italiens 1907 ein Kinderhaus in Rom eröffnete. Mit dem Leitsatz «Hilf mir, es selbst zu tun» geht die Montessori-Pädagogik vom selbstbestimmten einzelnen Kind aus. Die wichtigste Forderung Montessoris: Die Kinder sollen zu autonomen, mündigen Menschen heranwachsen. Für Michelle Meister, Betriebsleiterin des Kinderhauses Momo und Dipl. Kindheitspädagogin mit Zertifikatskurs Montessori, ist diese Haltung zentral. «Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, bei täglichen Routinen mithelfen zu dürfen. Mein oberstes Ziel ist es, dass sich jedes Kind nach seinem eigenen inneren Bauplan entwickeln kann und dass die Kinder gerne zu uns kommen.»
Der Alltag im Kinderhaus Momo ähnelt allerdings dem einer regulären Kita. Eine Mischform aus freiem Spiel, angeleitetem Arbeiten und Gruppenaktivitäten prägt hier den Alltag. Der Tagesablauf in Montessori-Einrichtungen besteht jedoch oftmals aus einem längeren ungestörten Arbeitszyklus, in dem die Kinder das ganze Jahr über in einer festen Gruppe von Kindern sind und eigenständig arbeiten. Für Meister ist klar: Gerade in einer Kita könne man die Pädagogik nicht gleich ausleben wie in anderen Montessori-Einrichtungen. «Hier haben wir einen ständigen Wechsel der Kinder», sagt Meister. Sie versuche eine gesunde Mitte zwischen der Montessori-Pädagogik und dem Kitaalltag zu fördern.
Ein Beispiel für die Umsetzung Montessoris Grundlagen sei das Mithelfen lassen. Unter Aufsicht der Betreuer:innen dürfen die Kinder Obst und Gemüse mit kindergerechtem Besteck schneiden und für den Mittag auftischen. «Die meisten Kinder machen das toll. Sie sind stolz darauf, selbst anpacken zu dürfen», sagt Barbagallo. Das tägliche Einüben fördere die Feinmotorik und Selbständigkeit der Kinder, was Ansätze der Montessori-Pädagogik widerspiegle. Die meisten Kitas würden dies anders handhaben. «Hier haben die Kinder kleine Krüge und Gläser, aus denen sie selbst schenken und schöpfen dürfen», fügt Barbagallo hinzu.
Sobald das letzte Kind fertig zu Mittag gegessen hat, endet die Mittagszeit. Heute endet sie um 12:15 Uhr, bevor einige Kinder Siesta machen. Für diejenigen, die keinen Mittagschlaf benötigen, folgt das ruhige Spielen. Es wird ruhiger und ruhiger in der Gruppe Mondino. Einzig aus dem Raum nebenan, in dem die Gruppe Nido haust, ist ein weinendes Baby zu hören. Kleinkinder und Babys ab vier Monate sind im Nido untergebracht. Das ruhige Spielen bei den Kleinsten der Kita biete eine gute Rückzugsmöglichkeit, besonders für die verhaltensauffälligen Kinder der Gruppe Mondino, sagt Barbagallo.
Inklusion von verhaltensauffälligen Kindern
Mit drei Kleinkindern auf dem Schoss und M., einem Jungen des Mondinos nebenan, schaut Mitarbeiterin Nicole Vogel ein Buch an. Aus Datenschutzgründen bleibt M. in dieser Reportage anonym. «Du darfst gerne Lesen, wenn du möchtest», sagt Vogel zu M. «I-ah! I-ah!» macht er, während er über das Eselsfellstück des Buches streicht. M. ist eines von vier Kindern, die Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Er sei oftmals laut, aufgedreht und benötige viel Aufmerksamkeit der Betreuer:innen. «Wenn er etwas Ruhiges machen kann, tut ihm das gut», sagt Vogel. Durch das Miteinander in einer jüngeren Gruppe würden die sozialen Fähigkeiten gefördert, gleichzeitig würden alle Kinder voneinander lernen können. Die Inklusion von sozial auffälligen Kindern sei deswegen Montessori-spezifisch, weil sie sich – unter anderem durch die unterstützende Lernumgebung – angenommen fühlen würden.
«Schuhe anziehen, wir gehen in den Garten», sagt Barbagallo. Es ist 14:00 Uhr – freies Spiel draussen – und M. ist zurück bei den Kindern des Mondinos. Es ist ein warmer, sonniger Nachmittag. Betriebsleiterin Meister beaufsichtigt mit ihren Kolleg:innen die Kinder, die sich im Kitagarten austoben. Sei es ein Like a bike, ein Bagger oder ein Trottinett – keines der Spielfahrzeuge bleibt unbenutzt, als es am Haupteingang klingelt. Barbagallo begleitet ein Mädchen, das von seiner Mutter abgeholt wird, zur Tür. «Tschüss, bis morgen», sagt das Mädchen und winkt Barbagallo zum Abschied, bevor sie die Eingangstüre schliesst.
